ADAC GT Masters: Audi-Doppelsieg auf dem Nürburgring
Knapp am Podest vorbei - Ragginger/Renauer © Rudolf Beranek Connor De Phillippi und Christopher Mies feierten im zweiten Eifel-Rennen ihren ersten Saisonsieg.
„Mit diesem Sieg haben wir noch einmal mit Nachdruck bewiesen, dass wir bereit sind, um den Titelgewinn im ADAC GT Masters 2016 zu kämpfen“, so De Phillippi, der zudem über seinen ersten persönlichen Sieg im ADAC GT Masters jubelte. Vier Rennen vor dem Saisonende spitzt sich durch den Erfolg der aktuell Tabellenzweiten der Titelkampf zu, denn die Spitzenreiter Jules Gounon, Daniel Keilwitz blieben am Sonntag in ihrer Corvette C7 ohne Punkte. Florian Stoll und Laurens Vanthoor machten auf Rang zwei einen Audi-Doppelsieg perfekt. Die Sieger aus dem Samstagsrennen, David Jahn/Kévin Estre starteten im Porsche 911 von der Pole-Position und kamen als Dritte ins Ziel.
Porsche-Duo hält Audi-Quartett zunächst in Schach
Zu Beginn des zehnten Saisonlaufs verteidigten die beiden aus der ersten Reihe gestarteten Porsche von Kévin Estre und Martin Ragginger ihre Spitzenpositionen vor einer Gruppe von vier Audi R8. Während Estre einen kleinen Vorsprung herausfuhr, musste der zweitplatzierte 911 von Ragginger dem Druck der direkt hinter ihm fahrenden Audi von Christopher Mies und Laurens Vanthoor standhalten. Eine perfekt ausgespielte Taktik sorgte dann nach den Boxenstopps für einen Führungswechsel. Das Team kfzteile24 APR Motorsport zögerte den Fahrerwechsel von Vanthoor auf Teammollege Stoll bis zum letztmöglichen Moment hinaus. Durch schnelle Rundenzeiten von Vanthoor direkt vor dem Stopp ging Stoll als Führender wieder auf die Strecke, stand aber schnell unter Druck von De Phillippi, der sich auf Rang zwei nach vorne gekämpft hatte.
Stoll und De Phillippi lieferten sich einen packenden markeninternen Zweikampf, aus dem der Amerikaner schlussendlich als Sieger hervorging. Er sorgte beim Überqueren der Ziellinie für den ersten ADAC GT Masters-Sieg seines Teams Montaplast by Land-Motorsport. In der Fahrerwertung machte das Duo auf die beiden Tabellenführer Gounon/Keilwitz am Sonntag 25 Punkte gut, denn das Corvette-Duo schied nach einem Kontakt in der Startrunde aus und blieb punktelos. Hinter Mies und De Phillippi, der mit Gesamtrang eins auch den Sieg in der Junioren-Wertung holte, bedeutete der zweite Rang von Stoll/Vanthoor das beste Saisonresultat ihres Teams. Jahn/Estre freuten sich über einen weiteren Podestplatz, den Robert Renauer/Martin Ragginger auf Rang vier knapp verpassten.
Die Titelverteidiger Luca Ludwig/Sebastian Asch überquerten die Ziellinie auf Rang fünf. Das zweite Mal in die Punkte in dieser Saison fuhr der Audi R8 von Peter Hoevenaars /Frédéric Vervisch), die Rang zwei in der Junioren-Wertung belegten. Wie schon im Samstagsrennen verbuchten Rolf Ineichen/Christian Engelhart (GRT Grasser-Racing-Team) im Lamborghini Huracán auch am Sonntag nach Rang sieben ein gutes Resultat. Ineichen gewann erneut die Trophy-Wertung.
Außerhalb der Top Ten gestartet, innerhalb der Top Ten das Ziel überquert: Der Porsche 911 von Marvin Dienst/Klaus Bachler und der Audi R8 von Philip Geipel/Rahel Frey belegten die Ränge acht und neun. Die Top Ten komplettierte der Audi von Serienneuling Dennis Busch und Christopher Haase, die damit in beiden Rennen auf dem Nürburgring in die Punkteränge fuhren.
Ausfall des Displays beim Boxenstopp kostete Punktergebnis für Siedler/van Lagen
Das Qualifying für das Sonntagsrennen lief nicht so erfolgreich wie am Samstag: Jaap van Lagen holte die 20. Startposition. Trotzdem zeigte sich Norbert Siedler vor dem Start optimistisch: „Wir haben schon gezeigt, dass wir auch von weiter hinten noch Punkte holen können. Auf dem Sachsenring haben wir im Rennen zehn Plätze gewonnen.“ Zunächst sah es für die erfahrene Fahrerpaarung gut aus: Auf Platz 15 steuerte van Lagen die Boxengasse zum Fahrerwechsel an. Doch statt der vorgeschriebenen 65 Sekunden verbrachte der HB-Racing-Lamborghini 72 Sekunden in der Boxengasse. „Das Display ist ausgefallen und wir hatten keine Info über die Boxenstopp-Zeit“, erklärte Siedler. Der Rennfahrer aus der Wildschönau musste also von Platz 18 eine neue Aufholjagd starten und verbesserte sich in der zweiten Rennhälfte bis auf Platz 14.
Enttäuschendes Wochenende für Karl Wendlinger:
Für Karl Wendlinger und seinen Partner Florian Scholze verlief die fünfte Station zum ADAC GT Masters auf dem Nürburgring sehr enttäuschend. Das Duo hatte über das gesamte Wochenende große Probleme mit der Abstimmung des Mercedes SLS AMG GT3 von Car Collection, kam dadurch auch nie richtig in die Gänge, sah zwar zweimal die Zielflagge – aber
Karl Wendlinger: „Das waren wirklich sehr schlimme Tage. Wir haben sehr viel probiert, sehr viel verändert – leider alles ohne Erfolg. Im Mittelpunkt stand eigentlich immer nur der Kampf mit dem Fahrverhalten des Autos. Nach dem Red Bull Ring waren wir noch guter Hoffnung, im Grunde sind wir jetzt aber alle etwas ratlos.“ Das Duo landete nur auf dem 22. Rang.
Daniel Dobitsch/Edward Sandström erging es im Audi R8 LMS etwas besser, das Duo belegte Rang 13. Gerhard Tweraser/Luca Stolz kamen im Grasser Lamborghini Huracán GT3 auf Rang 25.