ADAC GT Masters: Audi feiert Dreifachsieg auf dem verregneten Nürburgring
Martin Ragginger führte bis zum Regen © ADAC MotorsportZwei Regenschauer und eine Safety-Car-Phase waren auf dem Nürburgring die Zutaten ein spektakuläres Rennen des ADAC GT Masters.
Bei wechselhafter Witterung meldete sich die „Liga der Supersportwagen“ mit einem furiosen Rennen aus der Sommerpause zurück. Jordan Lee Pepper und Nicki Thiim hatten im Audi R8 bei schwierigen Bedingungen, zwei Regenschauern und zwischenzeitlich abtrocknender Strecke die beste Strategie und fuhren zum ersten Saisonsieg. „Das Team hat uns bei einsetzendem Regen genau zum richtigen Zeitpunkt an die Box geholt“, sagte Thiim. „Wir haben als eines der ersten Teams gestoppt, das hat uns dann weit nach vorn gebracht.“ In einem taktisch klugen Rennen eroberte Daniel Dobitsch (A)/Edward Sandström, im Mai Sieger des ADAC Zurich 24-Stunden Rennen, in einem weiteren Audi ihre erste gemeinsame Podestplatzierung. Rahel Frey/Philip Geipel vertrauten im gesamten Rennen auf Slick-Reifen und komplettierten mit der mutigen Taktik einen Dreifachsieg von Audi.
Martin Ragginger vergibt Siegchance durch späten Reifenwechsel
Das berüchtigte und unberechenbare Eifelwetter sorgte einmal mehr für Hochspannung im ADAC GT Masters. Der Salzburger Martin Ragginger setzte sich im Porsche 911 nach dem Start von der Pole Position aus in Führung vor Clemens Schmid (A) im Bentley Continental und Frey im Audi. Ein Regenschauer nach neun Minuten Renndauer eröffnete dann eine Taktik- und Regenpoker. Auf der nassen Strecke blieb Ragginger lange auf Slicks und hoffte auf bessere Bedingungen.
Doch der Poker von Ragginger ging nicht auf. Zwar übernahm der Porsche-Pilot bis zum Wechsel auf Klaus Bachler (A) die Spitze, doch nach dem Fahrerwechsel trumpften Thiim und Pepper auf. Das Audi-Duo agiert in der ersten Rennhälfte taktisch geschickt und wechselte als eines der ersten Teams auf Regenreifen. Das brachte Thiim nach dem Fahrerwechsel die Führung ein. Die baute der Däne kontinuierlich aus und fuhr mit einem komfortablen Vorsprung von 15,6 Sekunden zum ersten Sieg im ADAC GT Masters. Dobitsch/Sandström eroberten vier Runden vor Rennende noch Rang zwei von Tabellenführer Luca Ludwig, der gemeinsam mit Sebastian Asch im Mercedes-Benz- Vierter wurde.
„Es wurde auch langsam Zeit für den ersten Sieg. Die Saison für C.Abt Racing im ADAC GT Masters war in diesem Jahr schwierig, daher ist es für alle großartig hier zu gewinnen“, jubelte Thiim.
„Es fühlt sich unglaublich an, hier zu siegen“, freute sich Pepper. „Die erste Saisonhälfte war für alle sehr charakterbildend. Das war genau ein Rennen, wie wir es gebraucht haben. Unsere Strategie war goldrichtig, wir konnten gut nach vorn fahren.“
Erstes Podium für Rahel Frey im ADAC GT Masters
Eine starke Leistung zeigten Frey/Geipel. Das Audi-Duo verzichtete während zwei Regenschauern im Rennen auf einen Reifenwechsel, setzte auf Slicks und fuhr mit dieser mutigen Strategie auf Rang drei.
Die heimlichen Sieger am Samstag waren die Tabellenführer Ludwig/Asch. Nach Wertungsausschluss im Qualifying aufgrund von Untergewicht ihres Flügeltürers mussten die Mercedes-Benz-Piloten von hinten starten und fuhren in den Wetterkapriolen zwischenzeitlich bis auf Rang zwei nach vorn. Am Ende belegten die Tabellenführer als Vierte im neunten Rennen in Folge eine Position in den Top-Vier, während der Tabellenzweite Bachler Pech hatte. Der Porsche-Pilot wurde unverschuldet Opfer eines Kontakts zwischen der Corvette von Daniel Keilwitz und dem Bentley von Fabian Hamprecht und musste seinen beschädigten 911 abstellen.
Stefan Wackerbauer/Kelvin van der Linde sorgten auf Rang fünf für vier Audi R8 in den Top-Fünf. Hari Proczyk (A)/Bernd Schneider beendeten das Rennen im Mercedes-Benz SLS AMG vor ihren Markenkollegen Nico Bastian/Stef Dusseldorp als Sechste. Die BMW Z4 von Dominik Baumann (A)/Jens Klingmann und Claudia Hürtgen/Uwe Alzen lagen in der zweiten Rennhälfte in den Top-Fünf und belegten nach Kontakten mit Geipel die Ränge acht und neun. Diego Alessi/Patrick Assenheimer brachten ihre Corvette auf Rang zehn ins Ziel.
Zweite Chance für Klaus Bachler und Porsche am Sonntag
Ragginger/Bachler haben im Porsche 911 am Sonntag eine zweite Chance Punkte auf die Tabellenführer Ludwig/Asch aufzuholen. Bachler startet von der Pole und teilt sich die erste Startreihe mit Audi-Pilot Geipel. Samstagssieger Thiim startet als Dritter vor Hamprecht im Bentley. Tabellenführer Ludwig muss das Rennen nach dem Wertungsausschluss im Qualifying von ganz hinten in Angriff nehmen. SPORT1 überträgt das Rennen live und in voller Länge am Sonntag ab 13:00 Uhr.
Ergebnis Rennen 1:
1. Jordan Lee Pepper/Nicki Thiim (C.Abt Racing-Audi R8 LMS ultra), 35 Runden
2. Daniel Dobitsch/Edward Sandström (kfzteile24 MS RACING-Audi R8 LMS ultra), +15,613 Sek.
3. Rahel Frey/Philip Geipel (YACO Racing-Audi R8 LMS ultra), +16,020 Sek.
4. Sebastian Asch/Luca Ludwig (Team Zakspeed-Audi R8 LMS ultra), +21,280 Sek.
5. Stefan Wackerbauer/Kelvin van der Linde (C.Abt Racing-Audi R8 LMS ultra), +22,117 Sek.
6. Hari Proczyk/Bernd Schneider (HP Racing-Mercedes-Benz SLS AMG GT3), +22,739 Sek.
Quelle: ADAC Motorsport