ADAC GT Masters: Corvette-Duo Jahn/Barth überraschen mit Sieg am Nürburgring
Rang drei für Norbert Siedler © Rudolf BeranekDavid Jahn und Sven Barth gewannen auf einer Corvette unerwartet den elften Lauf des ADAC GT Masters am Nürburgring
Alon Day und Luca Ludwig fuhren auf der kurzen Sprintstrecke des Nürburgrings im Mercedes-Benz SLS AMG als Zweite erstmals in dieser Saison vor dem Porsche 911 von Robert Renauer und Norbert Siedler auf das Podium. „Wir haben mit unserem Podestplatz am Slovakia Ring schon gezeigt, dass wir vorn mitfahren können. Aber das es hier nun zum Sieg reicht, ist der Wahnsinn“, jubelte Jahn. Auch RWT Racing-Teamchef Gerd Beisel rang nach dem ersten Sieg seiner Mannschaft im ADAC GT Masters um Worte: „Ich bin überwältigt. Wir haben aus eigener Kraft gewonnen und haben nicht einen Fehler gemacht.“
Jahn profitiert am Start von einem Fehler von Polesetter Day
Pole-Setter Alon Day konnte sich im Mercedes-Benz nur kurz über die Führung freuen. Der Israeli verbremste sich vor der ersten Kurve und musste einen weiten Bogen fahren. Das nutzte Jahn um in seiner Corvette vor Renauer im Porsche in Führung zu gehen. „Ich war leider etwas zu optimistisch bei meinem Bremspunkt, konnte aber zum Glück dem Kiesbett noch ausweichen“, so Day. Während Jahn für eine Corvette-Führung sorgte, erhielten die Träume der erfolgreichen Titelverteidigung von seinem Markenkollegen Daniel Keilwitz einen Dämpfer. Bei einem Startunfall in der Mercedes-Arena schied die von Keilwitz Teamkollegen Andreas Wirth gesteuerte Corvette mit der Startnummer 1 ebenso aus wie Nico Bastian im Mercedes-Benz SLS AMG und Sebastian Asch in einem Porsche 911. Aufgrund der Kollision ging das Safety-Car für zwei Runden auf die Strecke, nach dem Restart konnte Jahn die Corvette an der Spitze halten, bis zum Pflichtboxenstopp folgten Renauer und Day dicht im Windschatten des Führenden.
Nach dem Fahrerwechsel konnte sich Barth an der Spitze Luft verschaffen und baute seinen Vorsprung auf zwischenzeitlich 3,7 Sekunden aus. Hinter Barth drehte sich in der zweiten Rennhälfte die Reihenfolge der Verfolger. Ludwig übernahm durch einen besser getimten Boxenstop den zweiten Platz vor Norbert Siedler, bis zur letzten Runde änderte sich die Reihenfolge nicht mehr. Auf den letzten Metern mußte Barth allerdings noch einmal um seinen Sieg zittern. Barth: „In der letzten Schikane ist das Getriebe im dritten Gang stecken geblieben, ich habe es zum Glück noch bis ins Ziel geschafft.“
„In der ersten Rennhälfte hat der Porsche sehr viel Druck gemacht, aber ich konnte den Vorsprung verwalten“, so Jahn über die Startphase. „Die Abstände waren extrem eng, aber es wurde nie gefährlich für mich. Wir sind überglücklich und müssen diesen Sieg erst einmal realisieren.“
Der ehemalige DTM-Pilot Maro Engel und Jan Seyffarth durften sich einem Mercedes-Benz SLS AMG als Vierte über ihr bisher bestes Ergebnis der Saison freuen. Auf dem fünften Platz kam Jaap van Lagen gemeinsam mit Christian Engelhart ins Ziel. Der Niederländer eroberte damit die Tabellenführung zurück, nachdem die bisherigen Spitzenreiter Claudia Hürtgen und Dominik Baumann im BMW Z4 Neunte wurde. Kelvin van der Linde und René Rast schoben sich durch einen sechsten Rang im Audi R8 auf Tabellenrang zwei nach vorn.
Ein gutes Debüt im ADAC GT Masters erlebte der ehemalige DTM-Pilot Renger van der Zande. Gemeinsam mit Maximilian Götz belegte van der Zande im Mercedes-Benz SLS AMG den siebten Rang vor dem Audi R8 mit dem ehemaligen Formel-1-Piloten Markus Winkelhock und Christer Jöns. Mathias Lauda landete in einem weiteren Flügeltürer-Mercedes bei seinem zweiten Rennwochenende im ADAC GT Masters mit Luca Stolz auf Rang zehn.
Seiler siegt in der Gentlemen-Wertung
Toni Seiler machte den Corvette-Triumph auf dem Nürburgring perfekt. Der Schweizer sorgte mit Unterstützung von Jeroen Bleekemolen für einen Klassensieg in der Gentlemen-Wertung. Remo Lips und ADAC Stiftung Sport-Förderpilot Lennart Marioneck komplettierten als zweite einen Corvette-Doppelsieg vor dem Gentlemen-Tabellenführer Herbert Handlos (A) im Porsche 911.
Ergebnis Rennen 1 (Top-Sechs):
1. David Jahn/Sven Barth (RWT Racing Team-Corvette Z06.R GT3), 38 Runden
2. Alon Day/Luca Ludwig (BKK MOBIL OIL Zakspeed-Mercedes-Benz SLS AMG), +2,543 Sek.
3. Robert Renauer/Norbert Siedler (TONINO Team Herberth-Porsche 911 GT3 R), +3,724 Sek.
4. Maro Engel/Jan Seyffarth (ROWE RACING-Mercedes-Benz SLS AMG GT3), +4,177 Sek.
5. Christian Engelhart/Jaap van Lagen (GW IT Racing Team Schütz Motorsport-Porsche 911 GT3 R), +6,396 Sek.
6. Kelvin van der Linde/René Rast (Prosperia C. Abt Racing-Audi R8 LMS ultra), +7,233 Sek.
Platzierungen der weiteren Österreicher:
9. Claudia Hürtgen/Dominik.Baumann – PIXUM Team Schubert BMW Z4 GT3
10. Luca Stolz/Matthias Lauda – H.T.P. Motorsport Mercedes-Benz SLS AMG GT3
21. Florian Stoll/Daniel Dobitsch – kfzteile24 APR Motorsport Audi R8 LMS ultra