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Goodwood Revival 2014

Historisch

Start Whitsun Trophy © GoodwoodStart Whitsun Trophy © Goodwood

Bei strahlendem Sonnenschein fand am Wochenende das mittlerweile traditionelle Goodwood Revival statt.

Die dreitägige Veranstaltung umfasste insgesamt 22 Rennen und Demonstrationsfahrten und erfreut sich steigender Beliebtheit. Die Rennen sind ausgelegt für Autos und Motorräder aus der Zeit von 1948 bis 1966, als die Rennstrecke von Goodwood noch aktiv war. Die Zuschauer wurden gebeten, sich entsprechend der Mode der 50er- und 60er-Jahre zu kleiden.

Viele berühmte Namen aus der Motorsportwelt haben bereits in der Vergangenheit am Goodwood Revival teilgenommen und so waren auch heuer wieder zahlreiche Rennfahrer der Einladung des Earl of March gefolgt: Jochen Mass, Brian Redman, Jackie Oliver, Mark Blundell, Danny Sullivan, David Brabham und auch Henri Pescarolo griffen ans Lenkrad.

In der Sussex Trophy gewannen Jon Minshaw und Phil Keen auf dem Lister-Jaguar vor Bobby Verdon-Roe, der sich vom siebten Platz noch auf die zweite Stelle vorgearbeitet hatte, nachdem er mit seinem Ferrari 246S Dino von der Pole Position gestartet war.

Eine ganz besondere Ehre wurde Sir Jackie Stewart zuteil. Er wurde für seine erfolgreiche Motorsportkarriere geehrt, und 24 Rennwagen seiner Karriere wurden in einer Demonstration um die Rennstrecke von Goodwood bewegt. Sir Stirling Moss, John Surtees, Mark Webber, Arturo Merzario und Richard Attwood waren unter den Persönlichkeiten am Steuer eines der Fahrzeuge.

Nicht weniger als 30 Jaguar D-type konnten am Samstag bei einer Demo-Fahrt bewundert werden. Sogar der Jaguar-Testfahrer von 1955, Norman Dewis, nahm hinter dem Steuer Platz, ebenso wie die Le Mans-Sieger Derek Bell und Andy Wallace.

Zum 60jährigen Jubiläum des Maserati 250F kamen insgesamt 16 Fahrzeuge nach Goodwood, inklusive des ganz speziellen Maserati „Eldorado Special“, mit dem Ralph Liguori erfolglose Versuche unternahm, sich für das 500-Meilen-Rennen von Indianapolis 1959 zu qualifizieren. Dieser Maserati „Eldorado Special“ war seinerzeit für Sir Stirling Moss gebaut worden, um beim „1958 race of two worlds“ in Monza gegen die amerikanische Konkurrenz auf der Monza-Steilwand bestehen zu können. Moss schied damals wegen Lenkungsbruch aus.

Höhepunkt der Veranstaltung war das RAC TT Celebration-Rennen für Fahrzeuge, die zwischen 1960 und 1964 an der Tourist Trophy in Goodwood teilgenommen hatten. Der derzeitige Formel 1-Testfahrer Giedo van der Garde mit Partner David Hart (AC-Cobra) entschied das Rennen nach langem Kampf gegen die Markenkollegen Oliver Bryant/Andrew Smith für sich. Zu allem Überdruss rollte die AC-Cobra von Bryant/Smith zwei Kurven vor Rennende aus, so erbte der Maserati Tipo 151 von Joe Colasacco/Derek Hill den zweiten Platz.

Ganz besonders spannend verlief die St Mary’s Trophy für GT-Wagen aus der Zeit von 1960 bis 1964. Vom Start fuhren drei Jaguar Mk1 vorne weg. Doch im Laufe des Rennens holte sich Mike Jordan (Austin A 49) einen Jaguar nach dem anderen und gewann schließlich mit einem Vorsprung von weniger als einer Sekunde vor den drei Jaguar Mk1 von Justin Law, Grant Williams und Richard Butterfield. In der Gesamtwertung aus beiden Läufen (der erste Lauf wurde am Samstag ausgetragen) war allerdings der Jaguar Mk1 von Anthony Reid/Justin Law mit dem lächerlichen Vorsprung von 0,4 Sekunden Gesamtsieger vor Mike Jordan. In der Gesamtwertung belegten Mark Blundell/Kerry Michael auf Ford Zodiac MkII den dritten Platz.

Schon am Freitag sorgte die Versteigerung bei Bonhams für reges Interesse. Zahlreiche Verkaufsstände sowie der „Oldtimer-Parkplatz“ sind allein eine Reise wert. Insgesamt eine sehr gelungene Veranstaltung, die heuer vor allem von dem ausgezeichneten Wetter profitierte, während Kontinentaleuropa unter Schlechtwetter litt. Somit freut man sich schon auf das Goodwood Revival im nächsten Jahr.

Quelle: Alfred Raidl