FIA WEC: Audi feiert in Austin zweiten WEC-Saisonsieg
Erneuter Doppelsieg für Audi © Rudolf Beranek
Audi feierte den zweiten Doppelsieg in Folge in der FIA-Langstrecken-Weltmeisterschaft WEC.
Nach ihrem Erfolg bei den 24 Stunden von Le Mans im Juni setzten sich Marcel Fässler/André Lotterer/Benoît Tréluyer (CH/D/F) auch beim vierten Rennen der Saison in Austin durch. Ein plötzlicher Platzregen, die Rote Flagge nach einer Serie von Drehern und ein taktisch anspruchsvoller Rennverlauf auf abtrocknender Strecke verwandelten das Nachtrennen in Texas in einen wahren Krimi. Lucas di Grassi/Loïc Duval/Tom Kristensen (BR/F/DK) komplettierten den Erfolg von Audi mit ihrem zweiten Platz.
Das 20. Rennen in der noch jungen Geschichte der WEC war ein Klassiker, der bis zum Schluss offen war. Nach sechs Rennstunden setzte sich das siegreiche Fahrertrio von Audi mit einem denkbar knappen Vorsprung von 53 Sekunden vor ihren Teamkollegen durch. Der Lauf auf dem Circuit of the Americas unterhielt die Zuschauer dabei mit Hochspannung bis zum Schluss. Bei strahlendem Sonnenschein und Temperaturen von mehr als 30 Grad Celsius begann das Rennen regulär. Schon früh setzte Audi ein taktisches Zeichen, verzichtete beim ersten Boxenstopp auf einen Reifenwechsel und arbeitete sich Platz um Platz vor. Nach eineinhalb Rennstunden setzte Nieselregen ein, der sich rasch in einen Platzregen verwandelte. Audi wechselte an beiden R18 e-tron quattro rechtzeitig von Slicks auf Regenreifen. Während Benoît Tréluyer die Führung übernahm und Tom Kristensen Platz drei belegte, rutschten etliche Konkurrenten ins Kiesbett und kamen an gefährlichen Stellen zum Stehen. Die Rennleitung entschloss sich deshalb zur Unterbrechung mit der Roten Flagge.
Nach rund 50 Minuten nahmen die Teams hinter dem Safety-Car das Rennen wieder auf. Beide Diesel-Hybridsportwagen von Audi behielten beim Restart auf nasser Strecke ihre Regenreifen. Nach einer Viertelstunde entschied sich das Audi Sport Team Joest bei der Startnummer 2 für den Wechsel auf Intermediate-Reifen. Benoît Tréluyer verteidigte auf den Pneus für Mischbedingungen die Führung, bevor er eine Stunde später auf Slicks wechselte. Beim Schwesterauto entschied sich das Team für eine andere Strategie. Um sich den Wechsel auf Intermediates zu sparen, wollte die Mannschaft die Regenreifen so lange nutzen, bis es trocken genug für Slicks war. Diese taktische Option resultierte in einem Boxenstopp weniger. Jedoch musste Tom Kristensen zunächst ebenfalls Intermediate-Reifen aufziehen lassen, bevor beim nächsten Boxenstopp der Wechsel auf Trockenreifen möglich war. Nach einer Aufholjagd von Lucas di Grassi am Rennende belegte die Startnummer 1 im Ziel den zweiten Platz.
Porsche 919 Hybrid Vierter und Fünfter in Austin
Romain Dumas, Neel Jani und Marc Lieb verloren in der letzten von sechs Rennstunden aufgrund eines Leistungsverlustes im Antriebsstrang alle Chancen auf einen Podestplatz. Sie erreichten das Ziel vor Timo Bernhard, Brendon Hartley und Mark Webber im Schwesterauto.
Dumas war von der zweiten, Webber von der dritten Position gestartet. Beide büßten aber in der Frühphase etwas an Boden ein. Starkregen stellte den Rennverlauf nach 100 Minuten auf den Kopf. Ein halbes Dutzend Fahrzeuge kreiselte von der überschwemmten Strecke und strandete, darunter auch der Porsche mit der Nummer 20 von Timo Bernhard. Das Rennen wurde für 45 Minuten unterbrochen.
Beim Neustart hinter dem Safety-Car ging Jani mit profillosen Intermediate-Pneus ins Rennen. Bald war er der Schnellste des gesamten Feldes und übernahm wenig später erstmals die Führung. Der Schweizer übergab das Auto nach 105 Umläufen auf Platz eins liegend an Lieb, der auf Trockenreifen setzte. Nach dem letzten Tankstopp in der 133. Runde trat jedoch ein Leistungsverlust auf, der in der Schlussphase drei Positionen kostete. Die Ursache für das Problem wird jetzt analysiert.
Im Schwesterauto mit der Nummer 20 hatte Bernhard das Rennen nach seiner Befreiung aus dem Kiesbett als Fünfter wieder aufgenommen und wechselte in der 60. Runde von Regenreifen auf profillose Intermediates. Er übergab das Auto am Ende der 90. Runde als Viertplatzierter an Hartley, der ebenfalls auf Slicks wechselte. Für die letzten 30 Rennminuten kam noch einmal Webber zum Einsatz, der den Porsche 919 Hybrid auf Rang fünf über die Ziellinie fuhr.
Podestplatz für Toyota
TOYOTA Racing erlebte ein dramatisches, letztlich aber für das Team frustrierendes 6-Stunden-Rennen auf dem Circuit of the Americas. Der vierte Lauf zur FIA WEC Langstrecken Weltmeisterschaft hatte vielversprechend begonnen, letztlich musste man sich aber mit einem Podestplatz zufrieden geben.
Ein heftiger Regenschauer schon früh im Rennen verlangte dem TS040 HYBRID #8 von Anthony Davidson, Nicolas Lapierre und Sébastien Buemi eine Aufholjagd ab, die mit Platz 3 und der Verteidigung der Führung in der Fahrer-WM um 11 Punkte endete.
Die #7 von Alex Wurz, Stéphane Sarrazin und TOYOTA Racing-Debütant Mike Conway lief auf Platz 6 ein, was bedeutet, dass das Team in der Konstrukteurs-WM zur Saison-Halbzeit die Tabellenführung an Audi einbüßte und nun 18 Zähler hinter Audi zurückliegt.