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FIA WEC: Doppelsieg für Porsche beim Heimrennen

Sportwagen

Sieg für Bernhard/Hartley/Webber auf dem Nürburgring © Rudolf BeranekSieg für Bernhard/Hartley/Webber auf dem Nürburgring © Rudolf Beranek

Porsche eroberte mit dem Porsche 919 Hybrid auf dem Nürburgring einen Doppelsieg beim vierten Lauf zur FIA Langstrecken-Weltmeisterschaft WEC.

Das Trio Timo Bernhard (DE), Brendon Hartley (NZ) und Mark Webber (AUS) erkämpfte sich den Sieg im Sechsstundenrennen bei Temperaturen von über 30 Grad. Hinter ihnen kam das Schwesterauto von Romain Dumas (FR), Neel Jani (CH) und Marc Lieb (DE) ins Ziel. 62.000 Zuschauer am gesamten Wochenende sorgten für eine großartige Kulisse bei der Deutschland-Premiere der WEC.

Auf dem nur 5,137 Kilometer langen und kurvenreichen Nürburgring war das Rennen mit den unterschiedlich schnellen Klassen ein Krimi aus Überhol- und Überrundungsmanövern. Auch der zweite Platz des von der Poleposition gestarteten Porsche von Dumas/Jani/Lieb war extrem hart erkämpft. In der ersten Rennhälfte wurde die Crew durch drei lange Stop-and-Go-Strafen, verursacht durch einen technischen Defekt, ihrer Führung beraubt. Während das Team an beiden Autos bei ansonsten jedem Tankstopp auch den Fahrer wechselte, fuhr Neel Jani bei seiner Aufholjagd von Platz sechs zweieinhalb Tankfüllungen leer und blieb 76 Runden lang im Auto. Auf sein Konto geht auch die schnellste Rennrunde in 1.37,955 Minuten.

Audi bleibt vorn

Nach dem vierten von acht Läufen bleiben Fässler/Lotterer/Tréluyer an der Tabellenspitze – wie schon seit dem Saisonauftakt im April. Beim Deutschland-Debüt der FIA-Langstrecken-Weltmeisterschaft WEC musste sich Audi erstmals in diesem Jahr bei einem 6-Stunden-Rennen geschlagen geben. Das Audi-Fahrertrio mit der Startnummer „7“ war vom dritten Platz gestartet, hielt lange die zweite Position, kam am Ende aber hinter zwei Porsche-Sportprototypen ins Ziel. „Bei den heißen Temperaturen von fast 30 Grad Celsius waren wir diesmal nicht so konkurrenzfähig wie zu Saisonbeginn“, resümierte André Lotterer. Teamkollege Marcel Fässler ergänzte: „Wichtig war, in der Tabelle weiterhin einen Vorsprung zu wahren.“ Benoît Tréluyer sagte nach dem vierten Podiumsergebnis in vier Rennen: „Auch wenn wir einmal nicht um den Sieg kämpften, gelang es uns, aufs Podest zu fahren und damit wichtige Punkte zu sammeln.“
Im Schwesterauto mit der Nummer „8“ zeigten Lucas di Grassi (BR), Loïc Duval (F) und Oliver Jarvis (GB) eine tolle Leistung. Di Grassi kämpfte in der letzten Rennstunde lange mit Porsche-Pilot Marc Lieb um Platz zwei, überfuhr die Ziellinie letztendlich aber als Vierter.

„Gerne hätten wir wie zu Saisonbeginn auch bei unserem Heimspiel vor großem Publikum um den Sieg gekämpft“, sagte Audi-Motorsportchef Dr. Wolfgang Ullrich. „Wir mussten aber akzeptieren, dass Porsche heute stärker war. In der Tabelle wahren unsere Fahrer weiterhin einen nennenswerten Vorsprung. Damit steht uns eine spannende zweite Saisonhälfte bevor.“

Hinter den beiden Audi platzierten sich die beiden Toyota mit Buemi/Davidson/Nakajima und Conway/Sarrazin/Wurz, jedoch mit einem satten Rückstand von drei bzw. vier Runden.

Dominik Kraihamer bereits nach dem Start out

Kein Erfolgserlebnis konnten Dominik Kraihamer, Alexandre Imperatori und Daniel Abt in der Eifel feiern. Bereits nach einer Runde wurde der Rebellion R-One – AER abgestellt.

Doppelsieg für Porsche auch in der Klasse LMGTE Pro

Nach vier Siegen in Serie in den USA und Kanada ist bei Porsche jetzt auch in der Sportwagen-Weltmeisterschaft WEC der Knoten geplatzt. Bei der Premiere auf dem Nürburgring feierte das Porsche Team Manthey am Sonntag seinen ersten Saisonsieg in der Klasse GTE-Pro. Mit dem 470 PS starken 911 RSR, der auf der siebten Generation der Sportwagenikone 911 basiert, gewannen Richard Lietz und Michael Christensen vor ihren französischen Teamkollegen Frédéric Makowiecki und Patrick Pilet. Für Porsche war es der erste Doppelsieg in der WEC seit November 2014, als zwei 911 RSR in Shanghai vorne lagen. Richard Lietz ist der neue Spitzenreiter im World Endurance Cup für GT-Fahrer.

Mathias Lauda/Pedro Lamy/Paul Dalla Lana belegten in der Klasse LMGTE AM im Aston Martin Vantage V8 den zweiten Rang.

Ergebnis:

1. Bernhard/Hartley/Webber (Porsche) 203 Runden
2. Dumas/Jani/Lieb (Porsche) –1 Rd.
3. Fässler/Lotterer/Tréluyer (Audi R18 e-tron quattro) –1 Rd.
4. Di Grassi/Duval/Jarvis (Audi R18 e-tron quattro) –1 Rd.
5. Buemi/Davidson/Nakajima (Toyota) –3 Rd.
6. Conway/Sarrazin/Wurz (Toyota) –4 Rd.
7. Bradley/Howson/Tandy (Oreca) –18 Rd.
8. Bird/Canal/Rusinov (Ligier) –18 Rd.
9. Derani/Gonzalez/Yacaman (Ligier) –19 Rd.
10. Hamilton/Ragues/Webb (Morgan) –19 Rd.