FIA WEC: Toyota sichert sich in Bahrain den WM Titel.
Alexander Wurz, Stéphane Sarrazin, Mike Conway siegen in Bahrain © Rudolf BeranekToyota gewinnt das 6-Stunden-Rennen von Bahrain und feiert den WM-Titel von Anthony Davidson und Sébastien Buemi.
Der Toyota TS040 Hybrid von Alex Wurz, Stéphane Sarrazin und Mike Conway fuhren zu ihren ersten Sieg in dieser Saison. Davidson und Buemi kamen auf Platz 11 ins Ziel, nachdem ein technischer Defekt viel Zeit gekostet hatte.
Das Rennen begann spannend mit einigen Positionswechseln, in die auch Wurz und Buemi involviert waren und es blieb bis zum Ende dramatisch.
Obwohl die beiden Toyota in den ersten Kurven etwas ins Hintertreffen geraten waren, erschien das Auto von Davidson/Buemi binnen sieben Runden an der Spitze des Feldes, dank einiger Überholmanöver von Buemi, während sich Wurz sich auf den dritten Rang vorkämpfte.
Eine Gelbphase nach 30 Minuten erlaubte beiden Toyota einen frühen Boxenstopps zum Nachtanken und Reifenwechsel. Buemi kam so als Dritter, Wurz als Vierter auf die Strecke zurück. Beide machten in der Folge jeweils eine Position gut, befanden sich kurz vor Vollendung der ersten Rennstunde in einer Doppelführung und setzten sich mit konkurrenzfähigen Rundenzeiten mehr und mehr an der Spitze ab.
Nach 90 Minuten Fahrzeit kamen beide Fahrzeuge in der gleichen Runde und im Abstand von neun Sekunden an die Box. Mike Conway kletterte in das Cockpit der Nr. 7, während Buemi an Davidson übergab, welcher weiterhin in Führung lag. Diese hielt jedoch nicht lange, da Davidson wegen einer defekten Lichtmaschine an die Box kam. Dadurch übernahm Conway die Führung und Davidson kam nach 30 Minuten Reparaturzeit in das Rennen auf Rang 26 zurück.
Die Zielsetzung für die #7 lautete mittlerweile ganz anders und Mike baute entsprechend seine Führung auf fast eine Minute Vorsprung aus, bevor er kurz nach Rennhalbzeit an Stéphane übergab. Während der letzten Minuten des Rennens umrundeten die beiden Autos die Strecke im Formationsflug, Alex Wurz in Front einem Vorsprung von 50,460 Sekundenl, Anthony Davidson knapp dahinter, machte das Fotofinish perfekt über die Ziellinie für Toyota.
Zum ersten Mal Podiumsplatzierungen für beide Porsche 919 Hybrid
Zum ersten Mal durften beide Fahrerbesatzungen des Porsche 919 Hybrid an der Siegerehrung teilnehmen: Romain Dumas, Neel Jani, und Marc Lieb belegten den zweiten Platz. Direkt hinter ihnen kam das Schwesterauto ins Ziel: Das Trio Timo Bernhard, Brendon Hartley und Mark Webber beendete das Sechsstundenrennen auf Platz drei. Es sind die Podestplätze vier und fünf in der Debütsaison des Porsche 919 Hybrid.
Audi hält die Titelentscheidung in der Markenwertung weiter offen.
In seinem bislang arbeitsintensivsten 6-Stunden-Rennen in der dreijährigen Geschichte der FIA-Langstrecken-Weltmeisterschaft gelang es dem Team von Audi, die Titelentscheidung weiter offen zu halten. Erstmals entscheidet sich die Markenwertung damit beim Finale.
Diese verschobene Titelentscheidung ist der schönste Lohn für die wohl arbeitsreichste Woche des Audi Sport Team Joest seit Beginn der WEC im Jahr 2012. Zwischen Dienstag und Freitag baute die Mannschaft in Bahrain drei Mal neue Rennwagen auf. Ursache waren Beschädigungen an den Monocoques, die nach dem vorherigen Rennen und dem ersten Trainingstag in Bahrain entdeckt worden waren.
Der Startnummer 1 von Lucas di Grassi/Loïc Duval/Tom Kristensen gelang eine tadellose Leistung unter besonderen Bedingungen. Durch den Neuaufbau seines Rennwagens verpasste das Trio ein Training und das Qualifying am Freitag. Der neue Audi R18 e-tron quattro drehte seine ersten Runden erst am Samstag im Rennen. Die sechs Stunden in der Hitze Bahrains bewältigte der Hybrid-Sportwagen ohne die geringste technische Unregelmäßigkeit und erreichte den fünften Platz. Startfahrer Lucas di Grassi fuhr auf frischen Reifen in der Anfangsphase sogar einmal die schnellste Rennrunde.
Nachdem Marcel Fässler im Schwesterauto mit der Nummer 2 beim ersten Boxenstopp seine Reifen aus dem Qualifying gegen einen frischen Satz Slicks getauscht hatte, fuhr er die zu diesem Zeitpunkt schnellste Rennrunde. Der Schweizer musste sich zusammen mit seinen Teamkollegen André Lotterer und Benoît Tréluyer im Kampf um einen Podiumsplatz am Ende dennoch geschlagen geben.
Österreicher in den Spitzenrängen
Dominik Kraihamer belegte mit Andrea Belicchi und Fabio Leimer im Rebellion-Toyota den sechsten Platz, Richard Lietz landete Jörg Bergmeister auf dem 16. Gesamtrang und auf Platz vier in der Klasse LMGTE-Pro. Klaus Bachler wurde mit Christian Ried und Khaled Al Qubaisi 21. und in der Klasse LMGTE-Am vierter.
Top-Ten FIA-WEC 6 Stunden Rennen von Bahrain
1 Alexander WURZ, Stéphane SARRAZIN, Mike CONWAY – Toyota TS 040 – Hybrid
2 Romain DUMAS, Neel JANI, Marc LIEB – Porsche 919 Hybrid
3 Timo BERNHARD, Mark WEBBER, Brendon HARTLEY – Porsche 919 Hybrid
4 Marcel FÄSSLER, André LOTTERER, Benoit TRÉLUYER – Audi R18 e-tron quattro
5 Lucas DI GRASSI, Loïc DUVAL, Tom KRISTENSEN – Audi R18 e-tron quattro
6 Dominik KRAIHAMER, Andrea BELICCHI, Fabio LEIMER – Rebellion R-One – Toyota
7 Nicolas PROST, Nick HEIDFELD, Mathias BECHE – Rebellion R-One – Toyota 182
8 Matthew HOWSON, Richard BRADLEY, Alexandre IMPERATORI – Oreca 03R – Nissan
9 Kirill LADYGIN, Viktor SHAITAR, Anton LADYGIN – Oreca 03R – Nissan
10 Mark PATTERSON, Keiko IHARA, David CHENG – Morgan – Judd