Formel 1 startet am kommenden Wochenende in Australien in die neue Saison
Titelverteidiger Lewis Hamilton © Mercedes AMG Petronas F1 Team Daniel Ricciardo hat beim Formel 1 Auftakt im Albert Park Circuit sein Heimrennen und große Unterstützung der heimischen Fans.
Nach den Testfahrten in Spanien werden am kommenden Wochenende die Karten auf den Tisch gelegt. Auf Grund der Testergebnisse zählt Mercedes AMG Petronas zu den Favoriten. Nico Rosberg wird versuchen, den im Vorjahr vergebenen Weltmeistertitel heuer zu holen. Niki Lauda und Toto Wolff bestätigten, dass es auch heuer keine Teamorder geben wird. Daher kann man gespannt sein, wie die Duelle zwischen Roberg und Hamilton auf und jenseits der Piste ablaufen werden.
Mit dem größten Budget von über 400 Mill. Dollar versucht die Scuderia Ferrari mit dem neuen SF 15-T wieder an die Spitze zu kommen. Dazu wurde Sebastian Vettel verpflichtet der das rote Team aus Maranello aus der Krise führen soll. Teamkollege ist Kimi Räikkönen mit dem der Deutsche gut befreundet ist, doch wenn die teaminternen Duelle einmal losgehen, könnte sich das ändern wie bei Rosberg und Hamilton.
Als größter Herausforderer von Mercedes gilt Williams Martini Racing. Seit die Briten mit Mercedes Treibwerken ausgestattet sind, ging es steil bergauf. Mit Felipe Massa hat man einen Routinier an Bord und mit Valtteri Bottas einen jungen aufstrebenden Piloten, der schon im Vorjahr sechs Podiumsplätze eingefahren hat und dem man mehr zutraut.
Bei Infiniti Red Bull Racing bilden Daniil Kwjat das neue Duo mit Daniel Ricciardo. Kwjat kommt aus der Red Bull Nachwuchsschmiede Toro Rosso und konnte in der letzten Saison bereits mit sehr guten Ergebnissen aufzeigen. Bei den Test wurde der neue RB 11 mit einem Camouflage-Design versehen, welches die aerodynamischen Einzelheiten nicht erkennen lässt. Red Bull Racing und Toro Rosso sind die einzigen Teams, welche mit Renault Motoren ausgestattet sind. Da die Renault Motoren schon im Vorjahr nicht konkurrenzfähig waren und über die Winterpause nur geringfügig in die Motorleistung eingegriffen werden durfte darf man gespannt sein, wie sich die beiden Teams heuer schlagen werden. Außerdem wurden die Motoren auf 4 Stück pro Fahrer für die ganze Saison herabgesetzt und da kam man im Vorjahr bei Red Bull Racing bei einer höheren Anzahl bereits in Bedrängnis.
Die Scuderia Toro Rosso bildet weiterhin die „Lehrlingswerkstätte“ von Red Bull. Nach dem kometenhaften Aufstieg von Daniel Ricciardo und Daniil Kwjat holte man für die kommende Saison den erst 17-jährigen Max Verstappen (Sohn vom ehemaligen Formel 1 Piloten Jos Verstappen) und Carlos Sainz jr. (Sohn von Rallye-Legende Carlos Sainz). Verstappen wurde 2013 Kart Weltmeister und überzeugte in der letzten Saison in der Formel 3 Europameisterschaft. Sainz gewann im Vorjahr die Formel Renault 3.5. Der österreichische Teamchef bei Toro Rosso, Franz Tost, erwies in der Vergangenheit eine gute Hand für junge Piloten und wird auch Verstappen und Sainz entsprechend in der Formel 1 weiter entwickeln.
Großbaustelle herrscht bei McLaren Honda. Die japanischen Triebwerke sind noch nicht konkurrenzfähig, dazu kommt noch ein schwerer und mysteriösen Testunfall des neu verpflichteten Fernando Alonso. Der Spanier erlitt dabei eine Gehirnerschütterung und hatte danach Gedächtnislücken. Voraussichtlich wird Alonso erst beim GP von Malaysia an den Start gehen, in Australien wird er durch Kevin Magnussen ersetzt der mit Jenson Button den ersten GP in dieser Saison für McLaren bestreiten wird.
Nichts neues beim Sahara Force India F1 Team. Sergio Perez und Nico Hülkenberg werden versuchen, das eine oder andere Überraschungsergebnis zu erzielen. Hülkenberg startet dazu noch in der WEC (Langstreckenweltmeisterschaft) in Spa-Francorchamps und in Le Mans in einem Porsche 919 Hybrid.
Ausbremsmanöver bereits vor dem ersten Rennen jenseits der Piste gibt es beim Sauber F1 Team. Als Piloten für die kommende Saison wurden der Schwede Marcus Ericsson und der Brasilianer Felipe Nasr verpflichtet. Pünktlich vor dem ersten Rennen kam nun Giedo van der Garde mit einem für ihn gültigen Fahrervertrag. Van der Garde hatte bereits ein Schiedsgericht in der Schweiz eingeschaltet und klagte nun diesen Vertrag beim Supreme Court of Victoria in Australien ein und hat dort Recht, trotz Berufung von Sauber, erhalten. Dem nach müsste ihn die mit österreichischen Wurzeln behaftete Teamleiterin von Sauber, Monisha Kaltenborn, an diesem Wochenende ein Cockpit zur Verfügung stellen, trotz fehlender Testkilometer. Diese sind jedoch mit Ericsson und Nasr, der Sponsormillonen von einer der größten südamerikanischen Banken, Banco do Brasil, in das Team gebracht hat besetzt. Kaltenborn absolvierte an der Universität in Wien ein Jusstudium und sollte daher mit Verträgen vertraut sein. Ein ähnliches Problem gab es mit Adrian Sutil, hier konnte man sich jedoch außergerichtlich einigen.
Seit Lotus mit Mercedes Motoren befeuert wird geht es wieder aufwärts. Mit dem E23 Hybrid gehen Pastor Maldonado und Romain Grosjean in der kommenden Saison an den Start. Testfahrer ist Jolyon Palmer – Sohn des ehemaligen GP-Piloten Dr. Jonathan Palmer.
Aus Marussia wird Manor. Der in finanzielle Schwierigkeiten geratene Rennstall hat es doch noch geschafft ein Paket für die kommende Saison zu schnüren. Als Fahrer wurden der Brite Will Stevens, sechster in der Fahrerwertung in der Formel Renault 3,5 im Vorjahr, und der ehemalige DTM und und Formel Renault 3,5 Pilot Roberto Merhi (dritter in der Gesamtwertung 2014) verpflichtet.
Caterham sagt „good bye“. Die Briten schafften nicht die Insolvenz abzuwenden und Teile aus dem Team wurden bereits im Februar von einem britischen Auktionshaus bei einer Versteigerung angeboten.
Daher treten in der kommenden Saison nur mehr 10 Teams mit 20 Fahrzeugen zur Formel 1 Weltmeisterschaft an und man darf gespannt sein, ob dem einen oder anderen während der Saison eventuell wieder die finanzielle Luft ausgeht.