Jean-Pierre Beltoise verstorben
Jean-Pierre Beltoise (26.04.1937-05.01.2015)Der ehemalige Formel 1 Pilot Jean-Pierre Beltoise ist auf einer Urlaubsreise in Dakar an den Folgen von zwei Schlaganfällen verstorben. Er war der Schwager von Francois Cevert, der 1973 in Watkins Glen tödlich verunglückte.
Beltoise begann seine Motorsportkarriere mit Motorradrennen, ehe er 1963 in den Motorsport einstieg und zuerst Sportwagenrennen fuhr. 1964 hatte er beim 12 Stunden-Rennen von Reims einen schweren Unfall, bei dem er schwere Brandwunden erlitt und einen mehrfachen Bruch des Armes. Er konnte seinen linken Arm nur eingeschränkt bewegen, dennoch war er 1965 wieder zurück, stieg auf Monoposto um und gewann auf Anhieb die französische Formel 3-Meisterschaft. 1966 gewann er das prestigeträchtige Formel 3-Rennen von Monaco. Dies brachte ihm in weiterer Folge eine Verpflichtung von Matra für das Formel 2-Team und dann auch für das Formel 1-Team. Beltoise fuhr von 1967 bis 1971 für Matra Formel 1 und erreichte zwei zweite Plätze und vier dritte Plätze.
Nebenbei fuhr Beltoise von 1966 bis 1974 für Matra auch Einsätze in der Sportwagen-Weltmeisterschaft, leider nur mit mäßigen Erfolgen. In Erinnerung blieb jedoch das 1000 km-Rennen von Buenos Aires 1971, als der Matra ohne Benzin liegen blieb und Beltoise versuchte, den Wagen zur Box zu schieben. Ignazio Giunti verkannte die Situation, kollidierte mit dem Matra und kam im brennenden Ferrari ums Leben.
1972 wechselte Beltoise ins BRM-Team und gewann das legendäre Regenrennen in Monaco. Bis 1974 fuhr er für BRM, wobei nur noch ein zweiter Platz als Erfolg zu verbuchen war. 1976 und 1977 gewann Beltoise die französische Tourenwagenmeisterschaft auf BMW und bestritt auch noch einige Sportwagenrennen. Der vielseitige Fahrer startete auch noch in der französischen Rallye-Cross-Meisterschaft auf einer Alpine A310 und gewann diese 1979.
Bei der Retromobile 2012 in Paris, präsentierte er sein neues Buch „Mon Album Photo“. Mit Jean-Pierre Beltoise ist ein sehr sympathischer Rennfahrer von uns gegangen.
Text & Foto: Alfred Raidl