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Rallye-ÖM: Hermann Neubauer gewinnt die Rallye Weiz

Motorsport allgemein

WeizHermann Neubauer/Ursula Gassner siegen im Toyota Yaris Rally2 © Harald Illmer

Der Salzburger gewann seine Lieblingsrallye in Weiz zum sechsten Mal und ist plötzlich Topfavorit im Staatsmeister – Rennen.

Die heurige Rallye Weiz wurde wiederum zu einem der Höhepunkte im heimischen Rallyesport.

Die 14. Rallye Weiz zählte sicher zu den spektakulärsten ihrer Art. Nicht nur, dass sich Hermann Neubauer mit seinem (nach 2016, 2017, 2018, 2022 und 2024) sechsten Sieg zum erfolgreichsten Piloten auf Weizer Asphalt krönte, eröffnete er sich auch noch die beste Ausgangslage für seinen (nach 2016 und 2019) dritten Staatsmeistertitel bei der abschließenden 1000-Hüel-Rallye in Krumbach.

Ausschlaggebend dafür war freilich der unerwartete Ausfall des fünffachen österreichischen Champions Simon Wagner nach einem Unfall auf der heutigen SP 7 Thannhausen.

Wann ihm so ein Missgeschick zuletzt bei einem heimischen Event passiert ist, daran konnte sich der Oberösterreicher selber nicht erinnern. „Das war kein gutes Wochenende für mich“, war Wagner natürlich enttäuscht. „Der Tag hat mit einem technischen Defekt begonnen, wodurch ich eineinhalb Minuten verloren habe und auf Platz vier zurückgefallen bin. Nach der Reparatur wollte ich natürlich Zeit gutmachen, um vielleicht noch Platz drei zu holen.

Wenn du voll riskierst und dann die Ideallinie um einen Zentimeter verfehlst, bist du weg. Und das ist mir leider passiert. Natürlich wär’s im Nachhinein gesehen vielleicht besser gewesen, wenn ich mich mit dem vierten Platz zufriedengegeben hätte, aber ich bin Rennfahrer und peile eben immer das für mich noch möglich erscheinende Ziel an.“

Nutznießer, aber deswegen keineswegs unverdienter Sieger der Rallye Weiz 2026 war also Hermann Neubauer, der damit untermauerte, warum er den Lauf in der Oststeiermark als absolute Lieblingsrallye erachtet. Neubauer ging voll fokussiert in die Rallye.

Schon seine Ankündigung „Alles andere als ein Sieg wäre eine Niederlage für mich“ unterschied sich diesmal von seinem üblichen „Ich will in erster Linie Spaß haben“. Spaß hatte er dann ja trotzdem.

Vor allem die Tatsache, dass er seine Verfolger von Beginn an kontrollieren konnte, hob die Laune des Toyota-Piloten. Ohne Mühe wehrte er die Angriffe von Michael Lengauer oder Albert von Thurn und Taxis ab und ließ ihnen kein Erfolgserlebnis. 8 von 11 Sonderprüfungen beendete Neubauer als Schnellster, einmal war Simon Wagner vorn, zwei Mal (witterungsbedingt) der EHRC-Topstar Jari-Matti Latvala.

Hermann Neubauer (Toyota Yaris Rally2): „Ich freue mich natürlich über den Sieg, der gar nicht so leicht war, wie es vielleicht ausgesehen hat. Die Wetterkapriolen haben die Reifenentscheidungen sehr schwierig gemacht, aber das Team hat das immer super gelöst. Für Simon tut es mir wirklich leid, ich hätte ihn gerne auf der Strecke besiegt, aber das gehört halt auch zu unserem Sport dazu, und das weiß Simon auch. Ich habe im Vorfeld der Rallye überlegt, ob ich beim Saisonfinale überhaupt starten werde. Ich denke, wenn ich jetzt nicht starte, bin ich selber schuld.“

Der Rest der Rally2-Piloten erledigte die Rallye im Rahmen ihrer Möglichkeiten höchst zufriedenstellend. Peter Hopf wurde nach Problemen mit der Handbremse am ersten Tag heute guter Sechster. Und seinem steirischen Landsmann Andreas Höfler im gleichen Fabrikat gelang überhaupt ein Husarenstück. Nachdem ihn ein Reifenschaden ab Abend nur auf Platz 48. übernachten ließ, arbeitete er sich mit einer tollen Performance auf den achten Gesamtrang vor.

Wichtige Punkte im Kampf um den Titel in der ORM 2 sammelte Christoph Zellhofer (Suzuki Swift ZMX) mit seinem Sieg in Weiz. Dies vor allem deshalb, weil der bisherige Gesamtleader Günther Knobloch nach einem wilden Abflug auf SP 9 Gollersattel seinen Renault Clio Rally3 zerbeulte und sohin eine Nullnummer produzierte.

Dabei hatte der Grazer schon die besseren Karten in der Hand, als sich Zellhofer heute in der Früh von der Strecke drehte, im Versuch den Rückwärtsgang einzulegen den Motor abwürgte und so eine mehr als halbe Minute an Knobloch verlor.

Platz zwei holte sich dann der Birkfelder Fabian Zeiringer (Renault Clio Rally3) bei seinem kurzfristigen Comeback in der ORM 2.

Souverän wie heuer und auch schon im letzten Jahr agierte Marcel Neulinger in der ORM 3. Der junge Oberösterreicher im Lancia Ypsilon Rally2 wiederholte mit seinem fünften Saisonsieg den Staatsmeistertitel des Vorjahres. Sowohl in der Klasse der zweirad-getriebenen Fahrzeuge als auch in der RP Tools Junioren-Staatsmeisterschaft.

Mit Neugier war auch der Vergleich zwischen Elektro und Benzin erwartet worden.

Weshalb man die Teilnehmer des ADAC Opel GSE Rally Cups mitten ins ORM-Starterfeld integrierte. Die Antwort lautet: Der Deutsche Timo Schulz belegte als bester Opel-Mokka-GSE-Pilot den letztendlich guten 13. Gesamtplatz. Bester Österreicher im Elektro-Sektor war Luca Pröglhöf auf Platz 20.ARC-Sieger wurde Christoph Zellhofer.

Rallye Weiz 2026, Endstand TEC7 ORM nach 11 Sonderprüfungen

1. Hermann Neubauer / Ursula Gassner A/A Toyota Yaris Rally2 1:20:01,8 Std
2. Michael Lengauer / Jürgen Rausch A/A Citroen C3 Rally2 +1:01,1 Sek
3. Albert v. Thurn und Taxis / Jara Hain D/D Skoda Fabia Rally2 +2:24,6 Min
4. Christoph Zellhofer / Andre Kachel A/A Suzuki Swift ZMX +5:11,8 Min
5. Fabian Zeiringer / Angelika Letz A/A Renault Clio Rally3 +5:47,5 Min
6. Peter Hopf / Stefan Heiland A/A Ford Fiesta Rally2 +6:33,7 Min
7. Maciej Lubiak / Grzegorz Dachowski PL/PL Porsche 911 +8:36,7 Min
8. Andreas Höfler / Claudia Maier A/A Ford Fiesta Rally2 +8:48,5 Min
9. Marcel Neulinger / Jakob Ruhsam A/A Lancia Ypsilon Rally4 +8:59,0 Min
10. Karl Wagner / Gerda Zauner A/A Porsche 911 +9:01,3 Min

Punktestände in der ORM nach der Rallye Weiz

ORM: 1. Hermann Neubauer 112 Punkte, 2. Michael Lengauer 106, 3. Simon Wagner 101.
ORM 2: 1. Günther Knobloch 138 Punkte, 2. Christoph Zellhofer 126, 3. Roland Stengg 67.
ORM 3: 1. Marcel Neulinger 167 Punkte (Staatsmeister 2026), 2. Lukas Dirnberger 116, 3. Nico Neulinger 99.
ORM JUNIOR: 1. Marcel Neulinger 167 Punkte (Staatsmeister 2026), 2. Lukas Dirnberger 124, 3. Thomas Traußnig 106.

EHRC: Starke Österreicher, noch stärkerer Pole

Das war wohl zu erwarten: Nach seinem gestrigen Missgeschick, als er auf SP 3 in einen Graben rutschte und von dort nicht mehr herauskam, litt der finnische Weltklasse-Pilot Jari-Matti Latvala am akuten Aufhol-Fieber. Der Toyota-Pilot fuhr heute in acht Prüfungen acht herausragende Bestzeiten und holte trotz zehnminütiger Strafzeit für die gestern nicht beendeten Sonderprüfung noch den siebenten Gesamtplatz.

Vorne tobte ein Porsche-Fight zwischen dem Polen Maciej Lubiak und Österreichs Historic-Aushängeschild Karl Wagner. Der Wiener kämpfte in der Früh mit Getriebeproblemen, verlor die Führung und konnte diese nicht mehr zurückholen.

Lang mischte sich auch der sensationell schnelle Steirer Martin Karlhofer im Lancia Delta Integrale ins Geschehen um einen Podestplatz ein, lag kurzfristig sogar auf Platz zwei, ehe er am Ende doch noch von Karl Wagner und dem Italiener Renato Travaglia (BMW E30 M3) auf Platz vier verdrängt wurde.

In der EHCR PR2000 gewann der französische Topstar Francois Delecour (Peugeot 306 Maxi) überlegen mit 2:13,9 Minuten bzw. 2:35,0 Minuten vor den beiden Briten Colin Turkington und Earnie Graham (beide BMW E30 M3).

Rallye Weiz 2026, Endstand EHRC PRE 92 nach 11 Sonderprüfungen

1. Maciej Lubiak / Grzegorz Dachowski PL/PL Porsche 911 RS 1:28:38,5 Std
2. Karl Wagner / Gerda Zauner A/A Porsche 911 +24,6 Sek
3. Renato Travaglia / Lorenzo Lamanda IT/IT BMW E30 M3 +35,0 Sek
4. Martin Karlhofer / Gunter Lenk A/A Lancia Delta Integrale +39,6 Sek
5. Erwin Keller / Dominique Juple CH/CH Mitsubishi Galant VR4 +4:52,4 Min
6. Enrico Brazzoli / Martina Musiari IT/IT Porsche 911 +4:59,7 Min
7. Jari-Matt Latvala / Erno Kinnunen FIN/FIN Toyota Celica STI86 +5:47,6 Min
8. Sir Andrew McAlpine / Andrew Bull GB/IRL Lancia 037 +13:38,4 Min
9. Stefan Burkart / Guido Kottmann D/D Mazda 23 GTX +14:03,6 Min
10. Matthias Karlowski / Lisa Stengl D/D Opel Ascona 400 +16:00,9 Min

Quelle: Sportpressedienst