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Rallye-ÖM: Hermann Neubauer holte die Rallye-Krone 2026

Motorsport allgemein

HermannSieger Hermann Neubauer-Ursula Gassner Toyota GR Yaris Rally2 © Harald Illmer

Mit einem Sieg bei der OBM Land der 1000 Hügel Rallye in Krumbach gewann Hermann Neubauer seinen dritten Titel in der Rallye-Staatsmeisterschaft.

Der fünffache Champion Simon Wagner musste nach einem Unfall aufgeben. Auch der dritte Meisterkandidat Michael Lengauer flog im Finish von der Strecke.

Den Abschluss der heurigen Rallye Staatsmeisterschaft bildete an diesem Wochenende die Land der 1000 Hügel Rallye mit Start und Ziel im niederösterreichischen Krumbach.

Es war ein wahrlich würdiger Saisonabschluss, der in der Frage, wer wird Staatsmeister, an Spannung nicht zu überbieten war. Ebenfalls in Wertung waren die Teilnehmer der Austrian Rallye Challenge, die ihren siebenten Lauf in der heurigen Meisterschaft absolviert haben.

Die Land der 1000 Hügel Rallye 2026 wurde überstrahlt vom spannendsten Titelkampf seit vielen, vielen Jahren in der heimischen Staatsmeisterschaft.

Während die letzten fünf Jahre allesamt von einem überragenden Simon Wagner dominiert wurden, begann die Meisterschaft bereits in naturgemäß aufkeimender Eintönigkeit zu versinken. Welch ein Segen also, dass heuer mit Simon Wagner, Hermann Neubauer und Michael Lengauer gleich drei Toppiloten mit der Chance, Champion zu werden, ins Saisonfinale in Krumbach gingen.

Angeheizt wurden die im Vorfeld und auch während der Rallye immer wieder neu angestellten Rechenspiele von der Tatsache, dass auf der letzten Sonderprüfung nicht wie üblich von drei bis eins, sondern wie bei jeden Saisonfinal-Event fünf bis eins Powerstage-Punkte zu holen waren.

Diese Ungewissheit, wer holt wie viele Zähler, machte die Sache doppelt kompliziert und war die Grundlage dafür, dass die Spannung bis zur letzten Sekunde gegeben war.

Letztendlich, um es kürzer als die Erklärung zu machen, wurde alles zur Fleißaufgabe, weil die Rallye für Simon Wagner drei Prüfungen vor Schluss auf der SP Haßbach – Grimmenstein zu Ende war.

Der fünffache Staatsmeister rutschte als Führender von der Splitt-glatten Strecke in einen Graben, musste aufgeben und öffnete Hermann Neubauer so endgültig die Tür zu dessen dritten Staatsmeistertitel nach den Jahren 2016 und 2019.

Der 38 Jahre alte Salzburger brachte seinen Toyota GR Yaris anschließend sicher ins Ziel und feierte neben dem Titel nach Judenburg und Weiz auch seinen dritten Saisonsieg 2026.

Und selbst Neubauers noch einzige verbliebene Gefahr Michael Lengauer sorgte für einen turbulenten Abschluss.
Eigentlich schon chancenlos mit 18 Sekunden Rückstand als Zweiter in die Abschlussprüfung beim Eis Greissler gestartet, krachte er mit seinem Citroen C3 nach einem Felgenbruch in die Leitschiene und blieb somit punkte- und platzierungslos.

Mit Lokalmatador Luca Waldherr stand, auch bedingt durch die prominenten Ausfälle, somit ein überglücklicher Zweiter auf dem Siegespodest von Krumbach. Der Niederösterreicher hatte im Zuge seines Heimspiels viele Up (vor allem am ersten Tag) und wenige Downs (wie einen wilden Ausritt auf dem Rundkurs in Kirchschlag) zu verzeichnen.

Dass durch Lengauers Pech ausgerechnet dessen Teamchef Raimund Baumschlager den dritten Platz erbte, darüber konnte wohl keiner der beiden wirklich lachen. Auch wenn Baumschlager damit wieder ins Feld der österreichischen Prioritätsfahrer aufrückt.

OBM-Sieger und STAATSMEISTER 2026 Hermann Neubauer (Toyota GR Yaris Rally2): „Dieser Titel bedeutet mir sehr viel, weil es der schwierigste meiner drei war. Der Kampf gegen Lengi und Simon war unglaublich fordernd. Hier unter diesem Druck so eine coole Performance abzurufen, war schon eine riesige Bestätigung und eine mega Teamleistung.

Da kann ich nur danke sagen ans Team, an meine Familie, meine Beifahrerin Ursi Gassner und alle, die zu diesem Erfolg beigetragen haben. Was Simon und Lengi passiert ist, ist leider Teil unseres Sports und tut mir echt leid.

In der ORM 2 feierte der Steirer Günther Knobloch einen Sieg vor Christoph Zellhofer. Während sich Knobloch jedoch „nur“ über seinen zweiten Saisonsieg (nach dem Lauf im Rebenland) freuen konnte, jubelte Zellhofer über seinen ersten ORM-Staatsmeistertitel.

Die ORM 3 bzw. auch die Junioren-Staatsmeisterschaft war schon vor der OBM Land der 1000 Hügel Rallye 2026 entschieden. Der zuletzt beim ERC-Lauf in Polen verunglückte und noch rekonvaleszente Oberösterreicher Marcel Neulinger verteidigte in beiden Kategorien seine Titel erfolgreich. In Krumbach holte sich „Kronprinz“ Lukas Dirnberger sowohl den ORM 3- als auch den Junioren-Siegespokal.

Ebenfalls zwei Auszeichnungen sicherte sich der Wiener Karl Wagner.

Zum einen gewann der bereits feststehende Historic-Staatsmeister auch in Krumbach die Historische Wertung. Zum anderen wurde der Porsche-Pilot auch Gesamtsieger in der ORM Trophy, in der nur Piloten ab 50 Jahren gewertet werden. Bei der OBM Rallye hieß das Siegespodest Raimund Baumschlager vor Bernhard Stitz und (Achtung!) bei seiner ersten Rallye seit über acht Jahren Willi Stengg!
Last but not least gab es auch in der Austrian Rallye Challenge einen OBM-Rallye-Sieger. Dieser hieß Rene Kiehtreiber. Der Niederösterreicher im Mitsubishi Evo V ließ Patrik Gaubinger im Audi Quattro Gr4 hinter sich.

OBM Land der 1000 Hügel Rallye 2026, Endstand nach 14 Sonderprüfungen

1. Hermann Neubauer / Ursula Gassner A/A Toyota GR Yaris Rally2 1:24:21,2 Std
2. Luca Waldherr / Claudia Maier A/A Citroen C3 Rally2 +1:04,3 Min
3. Raimund Baumschlager / Thomas Zeltner A/A Skoda Fabia Rally2 +3:41,1 Min
4. Bernhard Stitz / Angelika Letz A/A Ford Fiesta Rally2 +5:45,4 Min
5. Günther Knobloch / Erik Fürst A/A Renault Clio Rally3 +6:06,6 Min
6. Christoph Zellhofer /Anna-Maria Seidl A/D Suzuki Swift ZMX +6:13,7 Min
7. Willi Stengg / Bianca Marina Stampfl A/A Renault Clio Rally3 +9:06,8 Min
8. Lukas Dirnberger / Lukas Martinelli A/A Opel Corsa Rally4 +9:42,6 Min
9. Nikola Mishev / Angel Bashkehayov BUL/BUL Skoda Fabia Rally2 +10:58,6 Min
10. Karl Wagner / Gerda Zauner A/A Porsche 911 +11,16,0 Min

Quelle: Sportpressedienst